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Java

Eine Kette aktiver Vulkane zieht sich von Westen nach Osten durch die Insel Java. Sie macht den Boden fruchtbar. Palmen, Reisfelder und Bananenstauden prägen die Landschaft. Java ist nicht die größte, aber die am dichtesten besiedelte Insel Indonesiens und vefügt über eine besonders alte und reiche, vom höfischen Leben der Sultane geprägte Kultur.

Das grüne Land von Parahiangan
Westjava umgibt Jakarta von drei Seiten. Die Region ist geprägt von Sandstränden und üppigen, großartigen Landschaften. Rund 70 km von Jakarta entfernt liegt Bogor, eine angenehme und kühle Stadt, die für ihren Botanischen Garten berühmt ist. 15 000 seltene Baumarten leben hier auf einer Fläche von 87 Hektar – eine der seltsamsten ist eine stamm- und blattlose Pflanze, die nach Aas riecht – und mehr als 5 000 Orchideenarten. Der Botanische Garten grenzt an den Präsidentenpalast, in dem der holländische Gouverneur während der Kolonialzeit residierte.
Im Hochland Westjavas leben einige der isoliertesten Bevölkerungsgruppen Indonesiens. Die Baduy in Banten im Hochland von Kendeng pflegen uralte sundanesische Traditionen und Bräuche. Im Hochland von Salawu, Tasikmalaya, bilden die Einwohner des Kampung Naga eine geschlossene Gemeinschaft, in der sie leben und arbeiten.
Westjava bietet viele aufregende Freizeitaktivitäten. Trekker können die Regenwälder von Ujung Kulon in Banten an Javas äußerstem Westzipfel erforschen und haben vielleicht das Glück, eins der letzten Panzernashörner zu sehen. Eine wunderschöne Unterwasserwelt gibt es um die Inseln Peucang und Panaitan. In der Sundastraße bieten die vulkanische Wasserlandschaft rund um Krakatau und die Höhlen und Tunnel um Ujung Kulon ein spannendes Taucherlebnis.
Folgt man der gebührenpflichtigen Schnellstraße von Bogor nach Süden, erreicht man eine idyllische Straße, die durch die hügelige Landschaft mit ihren Plantagen zur Küste nach Pelabuhan Ratu führt. Es ist ein beliebter Küstenort, der trotz starker Unterströmungen von immer mehr Surfern besucht wird.
Viele bereisen Westjava auch auf der Suche nach Heilung im Hochland. Die Regenwälder, die natürlichen Quellen und die mächtigen Wasserfälle von Mount Salak sind der perfekte Ort für die Reinigung von Körper und Seele. Im Javana-Spa gibt es Behandlungen mit traditioneller Massage und Aroma-Massage, Körpermasken aus Vulkanschlamm, Aromatherapie für das Gesicht und Hydrotherapie. An den Hängen des Vulkans Tangkuban Perahu in Sari Ater helfen Ihnen vulkanische mineral- und sulfidhaltige Quellen zu entspannen. Sie heilen auch die meisten Hautprobleme.
Nahe der Provinzhauptstadt Bandung können Sie im kühlen Dorf Padasuka den Angklung-Workshop von Mang Udjo besuchen und lernen, das Bambusinstrument mit seinen beruhigenden Klängen zu spielen. Hier werden auch handgemachte Bambusinstrumente und andere kunstgewerbliche Gegenstände aus Bambus von hoher Qualität verkauft.
Bandung ist auch für seine Fabrik-Outlets bekannt, in denen man die neueste Mode erwerben kann. Eine gespenstische Erfahrung ist ein Besuch in den Höhlen des Juanda-Parks, die aus der Zeit der holländischen und japanischen Besatzung stammen.
In Westjava wird viel Kunsthandwerk hergestellt, das Sie sich nicht entgehen lassen sollten: handgeschnitzte Holzfiguren und Masken, handgewebte und bemalte Baumwoll- und Seidenstoffe, Stickereien, Muschel-Ornamente, Körbe, Sandsteinfiguren und Bambusmöbel. Kaufen Sie Holzschirme aus Tasik und wayang golek, die dreidimensionalen Puppen, die im traditionellen Marionettentheater verwendet werden.


Javas kulturelle Mitte
Über Jahrhunderte hat Java die Einflüsse verschiedener Religionen erlebt: Hinduismus, Buddhismus, Islam und Christentum. Sie haben nicht nur in Kultur und Glaubensvorstellungen Spuren hinterlassen, sondern auch architektonische Meisterwerke, die über die ganze Region verteilt sind. Der berühmteste Tempel Zentraljavas ist Borobudur gilt als das größte buddhistische Heiligtum der Welt. Als Stein gewordenens buddhistisches Weltbild – sieben mit Reliefs und Buddha-Figuren verzierte Stufen – weckt er ein Gefühl von Ruhe und Frieden, das den Besucher noch lange begleitet. Wie Borobudur zählt auch der hinduistische Tempelkomplex Prambanan zum Weltkulturerbe. Der mehr als 1 200 Jahre alte Tempel ist an jedem Vollmond in der Trockenzeit die Kulisse für das Ramayana-Ballett – ein magisches Erlebnis! Weitere Hindutempel finden sich auf dem Hochplateau Dieng nahe Wonosobo, mehr als 2 000 Meter über dem Meeresspiegel. Einige interessante historische Bauwerke zeugen von der Verbreitung des Islam auf Java. Die Moschee in Kudus aus dem 15. Jahrhundert mit ihrem Minarett ist die älteste Moschee der Region.
Jahrhundertealte Kultur, Traditionen und Werte der Javaner werden an den Sultanspalästen der Metropolen Yogyakarta und Surakarta bewahrt. Sie sind die pulsierenden Zentren der javanischen Hofkultur mit einer faszinierenden Mischung aus Traditionen und Moderne. Die Sultanspaläste aus dem 18. Jahrhundert mit ihrer großzügigen und eleganten Architektur sind ein unbezahlbares Erbe und wertvolle Kunstwerke. Der von einer Mauer umgebene kraton von Yogyakarta bildet eine Stadt in der Stadt. 25 000 Menschen leben auf dem kraton-Gelände, auf dem sich auch der Sultanspalast, die Überreste des Wasserschlosses Taman Sari, ein Vogelmarkt und etliche Manufakturen befinden.
Auch die niederländische Kolonialherrschaft hat in Zentraljava Spuren hinterlassen. Im kühlen Hochland nahe Semarang können Sie mit einer historischen Dampflokomotive fahren und das Ambarawa-Eisenbahnmuseum besuchen. In Losari sollten Sie sich die Zeit für einen Besuch in einem berühmten Teehaus aus der Kolonialzeit nehmen. Genießen Sie das spektakuläre Panorama der Kaffeplantagen vor dem Hintergrund der Vulkane Sundoro und Sumbing.
Neben anmutigen klassischen Tänzen und dem berühmten Schattenspiel wayang hat Java eine fantastische Palette an Kunst und Kunsthandwerk zu bieten: Holzschnitzereien aus Jepara, Lederwaren, Batik und Masken aus Yogya und Solo. Neben Batik werden auch lurik-Stoffe produziert: Webstoffe, die u.a. als Bettüberwürfe verwendet werden. Silberschmieden gibt es in Kota Gede. Der stille Ort im Süden Yogyakartas war im 16. Jahrhundert der Sitz des mächtigen Königreichs Mataram.

Historische Tempel und majästetische Vulkane
Auch Javas Osten hat eine Menge Sehenswertes zu bieten. Im Dorf Trowulan zeigt eine Ausgrabungsstätte die Überreste der Hauptstadt des mächtigen Majapahit-Imperiums. In Ostjavas Provinzhauptstadt Surabaya ist der alte traditionelle Hafen sehenswert, in dem die Schoner des Volksstamms der Bugis (phinisis) anlegen.
Der Bromo Tengger Semeru Nationalpark ist wohl die beeindruckenste Vulkanregion Javas. Der größte Berg Javas, der Semeru, stößt etwa alle 20 Minuten eine gewaltige Rauchsäule aus. Der Bromo ist vermutlich der einzige aktive Vulkan, den man über eine Treppe ereichen kann. Vom Rand der Caldera kann man einen spektakulären Sonnenaufgang über der unwirklichen dunkelgrauen Kraterlandschaft erleben. Die Bewohner der Hochebene, die Tengger-Javaner, sind die einzige Volksgruppe Javas, die bis heute dem hinduistischen Glauben anhängt. Einmal jährlich umrunden die Tengger-Javaner in der Kesada-Zeremonie den Krater des Bromo und werfen Opfer für die Götter hinein.
Ganz im Osten Javas liegt der Vulkan Ijen, in dessen Mitte ein grünlicher Schwefelsäuresee liegt. Arbeiter tragen in großen Körben Schwefel den Berg hinunter. Am äußersten Ostzipfel der Insel bietet der Nationalpark Meru Betiri den letzten Lebensraum für den javanischen Tiger, Panther und grüne Riesenschildkröten, die am Strand von Sukamede ihre Eier ablegen.
Die nahegelegenen Orte Banyuwangi und Plengkung gelten als Weltklasse-Ziele für Surfer.

Nördlich von Surabaya liegt die Insel Madura, die für ihre Stierrennen oder karapan sapi bekannt ist. Die Stiere rennen paarweise über das Gras des Pamekasan-Stadions, die Jockeys stehen auf Holzgestellen, die mit einem Bügel an den Stieren befestigt sind, zwischen den Tieren. Für die Maduresen ist dieser Sport nicht nur ein aufregendes Freizeiterlebnis, sondern eine ernsthafte Angelegenheit. Jockeys und Stierbesitzer genießen hohes Ansehen.

Die darstellenden Künste Javas
Das traditionelle Schattenspiel mit den kunstvoll durchbrochenen Lederpuppen (wayang kulit) dauert in der Regel die ganze Nacht bis in die Morgenstunden und erzählt Geschichten aus dem Ramayana- oder dem Mahabarata-Epos. Die Hoftänze von Yogyakarta gehören zu den erhabensten und ausgefeiltesten Tänzen Javas. Beispiele sind der Golek und der Bedoyo, die von neun Tänzerinnen getanzt werden. Der Trancetanz Reog aus Ponogoro in Ostjava wird von 15 Männern getanzt. Der Haupttänzer trägt eine Tigermaske und einen riesigen Kopfschmuck aus Straußenfedern, die anderen Tänzer sind als Dämonen kostümiert.


 
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