Pressemitteilungen
Tag der Offenen Tür: Staatssekretär besucht indonesischen Stand
Die KRI Dewaruci besucht wieder ihr Geburtsland
Indonesien und Deutschland erweitern Investitionszusammenarbeit in Palmöl-Industrie
Deutsche Empfänger des Stipendium reisen nach Indonesien
Deutsch-Indonesischer Dialog über Toleranz und Harmonie: Schlüssel liegt in der Erziehung der Religion und Kultur
index
 
vorherige Nachrichten
Berlin feiert asiatisches Filmfestival mit Themenschwerpunkt Indonesien
Die indonesische Regierung wiederholt ihren Appel an Israel, seine Militäragression in den Gazastreifen unverzüglich zu beenden
Flagge zeigen
EU verlängert Flugverbot
Indonesien bedauert gewalt in Osttimor
index
 
Links
Indonesische Regierung
Indonesische Medien
Indonesische Vertretungen
Indonesische Gesellschaft
Bundesregierung
.
 
Suche

powered by FreeFind
-
 
Umfrage
Wir möchten gerne Ihre Meinung zu unserer Webseite wissen. Bitte bewerten Sie unsere Webseite durch unseren Umfragebogen.
abstimmen
 
 
Indonesisch - Deutsche Bilaterale Beziehungen

Diese Beziehungen beruhen weniger auf abstrakten Grundlagen als auf Partnerschaft oder sogar Freundschaft der Menschen beider Seiten. Schon im 16. Jahrhundert lebten Deutsche in Indonesien, erforschten das Land und betrieben einen lebhaften Handel mit der Bevölkerung. Heute arbeiten Deutsche für mehr als 150 große und kleine Firmen oder als Entwicklungsfachleute, Wissenschaftler und Lehrer in Indonesien und leben gern im Land. Anderersits gibt es auch viele Indonesier, die sich auf die eine oder anderer Weise Deutschland verbunden fühlen, besonders die 2000 jungen Menschen, die zurzeit dort studieren.


Das Indonesisch-deutsche Verhältnis war von Anfang an von Freundschaft, gegenseitiger Achtung und Verständnis geprägt. Auf dieser Grundlage entwickelte sich dann über Jahre, unabhängig von der jeweiligen Regierungsform, eine enge Zusammenarbeit der beiden Länder und Völker. Sie ist das Werk von Menschen, lebt durch sie weiter und betrifft Politik, Sicherheit, Wirtschaft, Handel, Investitionen, Entwicklung, Forschung und Kultur. Die deutsche Regierung unterstützte wesentlich die Umsetzung der Reformen in Indonesien, z.B. durch Hilfe bei der Umstrukturierung der Zentralbank, der Stärkung kleiner und mittlerer Unternehmen und der Dezentralisierung.


Seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahr 1953 ist das Verhältnis gut und freundschaftlich. Indonesien betrachtet Deutschland als wichtigen Partner, auch aufgrund siner Verankerung in der EU. Dies zeigt sich in gegenseitigen Besuchen auf Ebene der Staatsoberhäupter, Regierungschefs und Ministerialbeamten sowie im Austausch von Parlamentariern. Zu den ministeriellen Spitzenbeamten, die Berlin besuchten, gehörte der heutige Präsident Indonesiens und damalige Koordinator für politische und Sicherheitsfragen Susilo Bambang Yudhoyono und Feisal Tamin, damals staatlicher Beauftragter für die Verwaltungsreform. Der damalige Bundepräsident Johannes Rau und Staatsminister Ludger Volmer statteten Indonesien im Jahr 2001 Gegenbesuche ab.


Yudhoyonos Vorgängerin im Präsidentenamt, Megawati Soekarnoputri und Gerhard Schröder trafen sich im September 2002 in Johannesburg. Auf Einladung der Präsidentin kam der damalige Bundeskanzler im Mai 2003 in Begleitung einer hochrangigen Delegation zum Staatsbesuch nach Indonesien und würdigte damit die Bedeutung der Beziehungen. Ihre gute Entwicklung wurde mit der Unterzeichnung eines Abkommens über Förderung und den gegenseitigen Schutz von Investitionen durch Wirtschaftsminister Wolfgang Clement und Außenminister Hassan Wirajuda in Gegenwart der Präsidentin und des Kanzlers unterstrichen. Die indonesische Regierung hofft nun auf einen deutschen Investitionsschub im Land. Zur Förderung des Dialogs und Verständnisses für die wechselseitigen politischen Ziele gründete sich am 4.7.2003 ein Forum der Freunde Indonesiens im Bundestag.


Die Bundesregierung tritt von jeher für die Stabilität, territoriale Integrität und nationale Einheit Indonesiens ein und begrüßte die Bemühungen der indonesischen Regierung zur Lösung innerer Konflikte durch Dialog und Verhandlungen. Sie würdigte in diesem Zusammenhang das Abkommen zur Beendigung der Feindseligkeiten in Aceh, das am 9.12.2002 in Genf unterzeichnet wurde und leistete einen konstruktiven Beitrag zur Vorbereitungskonferenz für Frieden und den Wiederaufbau in Aceh am 3.12.2002 in Tokio. Beim Übergang zur Demokratie leistete die Bundesregierung technische Hilfe bei der Dezentralisierung, Straffung der Verwaltung und der Erarbeitung von Wahl- und Parteiengesetzen. Die engen Beziehungen zeigten sich auch bei der Mitarbeit in internationalen Organisationen wie der UNO, dem ASEAN-EU-Dialog und der ASEM. Die Staatsoberhäupter beider Länder sind Schirmherren eines Forschungsprojekts zum besseren Verständnis zwischen der islamischen und westlichen Kultur.


Im militärischen und Sicherheitsbereich konzentrierte sich die Zusammenarbeit jahrelang auf die Beschaffung von Ausrüstungen und wurde später durch Ausbildung ergänzt. Höhepunkt des Beschaffungsprogramms war der Kauf von U-Booten und Kriegsschiffen der ehemaligen DDR durch die indonesische Regierung. Das Zusammenwirken bei der Ausbildung begann im Mai 1972 mi einem Jahresprogramm zur gegenseitigen Unterstützung. In den letzten Jahren erlitt die militärische Zusammenarbeit Rückschläge durch die von Deutschland vorgenommene Verknüpfung mit dem EU-Verhaltenskodex für Rüstungsverkäufe, der Förderung und dem Schutz von Menschenrechten und durch die Krise in indonesien im Jahre 1998. Neuen Auftrieb erhielt sie mit den Reformen und besonders der Umstrukturierung der indonesischen Streitkräfte, wo eine konkrete Zusammenarbeit noch aussteht.


Auf finanziellem und technischem Gebiet unterzeichneten beide Regierungen am 12.Dezember 2002 ein Abkommen zur Vertiefung des langjährigen Zusammenwirkens bei der Entwicklung und Umgestaltung der Wirtschaft, des Gesundheits- und Verkehrswesens sowie der Dezentralisierung. Die Bundesregierung bewilligte isgesamt 28,5 Mio. Euro für Projekte zum finanziellen und technichen Zusammenarbeit und weitere 1,5 Mio. Euro aus Sondermitteln des Aktionsprogramms 2015 zur Bekämpfung der Armut.
Am 2. Oktober 2002 unterzeichneten Regierungsvertreter beider Länder eine Basisvereinbarung zum 2. Deutschen Schuldenumwandlungsprogramm über 23 Mio. Euro. Am 3. Dezember wurde auch das erste derartige Abkommen auf dem Gebiet des Bildungswesens unterzeichnet.


Nach Abschluss des Abkommen über Investitionsgarantien von 1953 verstärkte sich die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet kontinuierlich und wurde erst durch die Wirtschafts- und Währungskrise von 1997 unterbrochen. Zwischen 1967 und 2001 erreichten die deutschen Gesamtinvestitionen für 216 Vorhaben in Indonesien einen Wert von 9.204.355.00 US-Dollar. Nach Erreichen eines Höchstands von insgesamt 959,5 Mio.US-Dollar bei 28 Vorhaben fielen die deutschen Investitionen 2001 schlagartig auf 42,6 Mio. für 32 Vorhaben in der Chemie, Pharmazeutik, metallverarbeitenden und sonstigen Schwerindustrie sowie im Handel, Fernmeldewesen, Dienstleistungssektor und bei Hotels und Gaststätten. Vom vierten Platz unter den ASEAN-Mitgliedern im Jahr 2000 sank Deutschland nach dem Investitionsvolumen im Jahr 2001 auf den sechsten Platz ab. Zur Bekräftigung positiver Tendenzen unterzeichneten der damalige Wirtschaftsminister Wolfgang Clement und Außenminister Hasan Wirajuda beim Bescuh Gerhard Schröder vom 13./14. Mai 2003 in anwesenheit von Präsidentin Megawati ein Abkommen zur Förderung und zum gegenseitigen Schutz von Investitionen.


Bis zur Tragödie von Bali im Oktober 2002 stieg die Zahl deutscher Touristen kontinuierlich. Sie erreichte 2001 einen Stand von 159.881 und bildete damit die zweitgrößte Gruppe europäischer Besucher nach Großbitannien. Bei durchschnittlichen Ausgaben von 80-100 US-Dollar pro Tag und etwa 15 Übernachtungen sind Deutsche in Indonesien sehr beliebt. Nach dem Anschlag vom 12. Oktober 2002 und der Reisewarnung des Auswärtigen Amts sank die Zahl der deutschen Touristen für das Jahr auf 79.919, zeigte aber infolge der Wiederaufbauschritte und Fördermaßnahmen der indonesischen Regierung und der Aufhebung der Reisewarnung bald wieder einen ermutigenden Anstieg.


Der bilaterale Handel stieg bis zum Jahr 2002 kontinuierlich auf ein Volumen von über 3,73 Mrd. US-Dollar. Die deutschen Ausfuhren erreichten einen Wert von 1,43 Mrd. Dollar und steigen damit gegenüber dem Vorjahr um 7,5%. Andererseits verzeichneten die deutschen Einfuhren aus Indonesien mit 2,3 Mrd. Dollar eine Abnahme um 5%. Die wichtigsten deutschen Exportgüter waren Ausrüstungen, Werkzeugmaschinen, Fahrzeuge, Fernmelde- und Elektroanlagen, Chemikalien, Stromaggregrate, Färbemittel, Stahl und Arztneimittel, auf seiten Indonesiens Textilien, Bekleidung, Möbel, Holzwaren, Palmöl, Kaffee, Tee, Tabak, Kakao, Schuhe, Kautschukerzeugnisse, Zellulose, Papier, Meeresprodukte sowie elektrische und elektronische Bauteile. Indonesien reformiert ständig seine Handelspolitik zur Öffnung der eigenen Märkte und Erschließung von Exportmöglichkeiten bei Handelspartnern, besonders für Produkte, die nicht aus dem Erdöl- und Gassektor stammen und Erzeugnisse des verarbeitenden Gewerbes. Hierzu wurde eine landesweite Arbeitsgruppe ins Leben gerufen.


Die Zusammenarbeit im Bildungswesen verstärkte sich 2002 durch Vernetzung und Vergleichstudien deutscher Bildungseinrichtungen in den Bereichen


(1) Hoch- und Fachschulausbildung in Sportwissenschaft und Landtechnik sowie Zusammenarbeit des DAAD mit indonesischen Universitäten sowie
(2) Berufsausbildung und weitere Abstimmung der Austauschprogramme zur Entsendung von Fachleuten nach Indonesien (in Zusammenarbeit mit dem Generaldirektorat für Grund- und Mittelschulen beim Ministerium für Volksbildung) sowie von indonesischen Lehrkräften nach Deutschland (BIBB/INWENT).


Im Kulturbereich erweiterte sich die Zusammenarbeit 2002 durch gemeinsame Programme mit deutschen Einrichtungen wie z.B. die Patenschulvereinbarung zwischen der 10. staatlichen Fachoberschule in Bandung und dem Lili-Braun-Gymnasium in Berlin, dem Gauß-Gymnasium in Braunschweig und dem Ruperti-Gymnasium in Mühldorf bei München. Im gleichen Jahr nahmen indonesische Studenten auf Vorschlag von Bildungseinrichtungen in Jakarta an Lehrveranstaltungen teil wie


(1) einem eintägigen Seminar zur Meeresforschung der Vereinigung indonesischer Fachleute und Wissenschaftler in Hamburg und
(2) einem ISSM-Seminar des indonesischen Diskussionsforums in Berlin, des Instituts für Wissenschafts- und Technikstudien und des Berliner International Business Council zur Stärkung indonesischer KMU durch umweltorientierte Technologien.


Das Zusammenwirken in Bildung und Kultur wird auch durch Bundeseinrichtungen (DAAD, DSE, INWENT usw.) sowie durch private Organisationen und Einrichtungen unterstützt, die enge Kontakte mit Indonesien unterhalten.

 
© 2001-2010 Botschaft der Republik Indonesien in Berlin - Deutschland