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Indonesiens Außenpolitik

Die Grundsätze der Außenpolitik

Die Grundsätze indonesischer Außenpolitik erklärte erstmals Mohammad Hatta am 2. September 1948 in Yogyakarta, Zentraljava.

In einer Sitzung der Arbeitsgruppe des Nationalen Hauptkomitees Indonesiens (KNPI), erkläuterten die Vorgänger der indonesischen Regierung, Vizepräsident Hatta, sowie die Premier- und Verteidigungsminister der jungen Republik die Haltung der Regierung zu verschiedenen nationalen und internationalen Themen. Sie widersprachen dem Standpunkt der Demokratischen Volksfront der Kommunistischen Partei Indonesiens, im Kalten Krieg zwischen Russland und Amerika sei es außenpolitisch für Indonesien am klügsten, sich auf Seiten Russlands zu stellen. „Haben wir Indonesier im Kampf für die Freiheit unseres Volkes und unseres Staates wirklich nur die Wahl zwischen Russland und Amerika? Können wir keine andere Haltung einnehmen, um unsere Ideale zu verwirklichen?“ „Die Regierung ist der festen Überzeugung, dass die bestmögliche Außenpolitik so beschaffen sein muss, dass sie uns nicht zum Objekt eines internationalen Konflikts macht. Wir müssen im Gegenteil ein Subjekt bleiben, das sich das Recht vorbehält, über sein eigenes Schicksal zu enscheiden und für sein einziges Ziel zu kämpfen: Unabhängigkeit für ganz Indonesien.“ (Mohammad Hatta, "Mendayung Antara Dua Karang," 1976).

Diese Erklärung war ein Hinweis auf die politische Haltung, die Indonesesien in internationalen Beziehungen einnehmen würde. Sie wurde später bekannt als „,mendayung antara dua karang“ (zwischen zwei Riffen rudern).

Unabhängige und aktive Außenpolitik

Diese Grundsätze sind das Fundament von Indonesiens Außenpolitik, die unabhängig und aktiv ist. Die Politik ist unabhängig, weil Indonesien nicht für Weltmächte Partei ergreift. Dies wäre grundsätzlich mit der nationalen Philosophie des Landes und der Identität nach der Pancasila unvereinbar.

Die Außenpolitik ist insofern aktiv, dass Indonesien keinen passiven oder reaktiven Standpunkt zu internationalen Problemen einnimmt, sondern aktiv an ihrer Lösung teilnehmen will. Mit anderen Worten ist Indonesiens unabhängige und aktive Politik keine neutrale Politik, sondern eine Politik, die sich nicht nach den Supermächten ausrichtet und das Land nicht an militärische Bündnisse bindet. Im Wesentlichen ist es eine Politik, die den nationalen Interessen dient und Indonesien gleichzeitig erlaubt, mit anderen Nationen für die Abschaffung von Kolonialismus und Imperialismus in allen ihren Formen und Manifestationen für Weltfrieden und soziale Gerechtigkeit zusammenzuarbeiten. Das erklärt, warum Indonesien eines der Gründungsmitglieder der Blockfreien Bewegung war.

Die primären Ziele

Die Außenpolitik jedes Landes spiegelt seine eigenen nationalen Bestrebungen gegenüber der Welt wider. Sie ist ein Bestandteil der geopolitischen Strategie des Landes. Basierend auf diesen Voraussetzungen, sind die primären Ziele von Indonesiens Außenpolitik:
1. sie nationale Entwicklung zu stützen, vorrangig die wirtschaftliche Entwicklung gemäß den Fünfjahresplänen;
2. innere und regionale Stabilität zugunsten der nationalen Entwicklung zu bewahren;
3. die territoriale Integrität Indonesiens zu bewahren und seine Einwohner zu schützen.

Grundlagen der Auslandsbeziehungen

Zur Verwirklichung der oben genannten Ziele werden Indonesiens Auslandsbeziehungen wie folgt in der Resolution Nr. II/MPR/1993 beschrieben:

Außlandsbeziehunge sollen auf einer unabhängigen und aktiven Außenpolitik basieren und dem nationalen Interesse dienen. Insbesondere sollen sie die nationale Entwicklung in allen Lebensbereichen unterstützen und dem Ziel dienen, eine auf Freiheit, anhaltendem Frieden und sozialer Gerechtigkeit basierende Weltordnung zu schaffen. Internationale Beziehungen sollten dem Zweck dienen, freundschaftliche Beziehungen und die Zusammenarbeit im Rahmen verschiedener multilateraler und bilateraler Programme auf nationaler und internationaler Ebene im Einklang mit den nationalen Interessen und Möglichkeiten zu stärken.
In diesem Zusammenhang sollte das positive Image Indonesiens im Ausland durch kulturelle Aktivitäten gestärkt werden.

Indonesiens Rolle bei der Lösung internationaler Probleme, insbesonderer jener, die den Frieden bedrohen und im Widerspruch zu Gerechtigkeit und Menschlichkeit stehen, muss aufrechterhalten und im Geiste der Zehn Prinzipien von Bandung intensiviert werden. Alle internationalen Entwicklungen und Veränderungen müssen genau beobachtet werden, damit zeitnah angemessene Schritte zum Schutz der nationalen Stabilität und Entwicklung vor allen negativen Einflüssen eingeleitet werden können. Gleichzeitig sollten internationale Entwicklungen, welche die Gelegenheiten bieten, die nationale Entwicklung zu stützen und zu beschleunigen, ergriffen und völlig ausgenutzt werden.

Indonesiens Rolle bei der Förderung und Stärkung freundschaftlicher Beziehungen und Kooperationen zum gegenseitigen Nutzen soll intensiviert werden. Das Land soll sich weiter bemühen, seine Nationalen Ziele – wie die Realisierung der Archipelagic Principles – zu erreichen. Die Solidarität zwischen Entwicklungsländern, die Entwicklung gemeinsamer Standpunkte und die Zusammenarbeit im Rahmen verschiedener internationaler Organisationen wie den Vereinten Nationen, ASEAN, der Blockfreien Bewegung, der Islamic Conference Organisation etc., soll gestärkt werden, um bei der Errichtung einer Neuen Weltordnung zu helfen, die auf Freiheit, anhaltendem Frieden und sozialer Gerechtigkeit beruht. Für das spezielle Ziel, eine neue Weltwirtschaftsordnung aufzubauen, sollen gemeinsam mit anderen Entwicklungsländern weiter die notwendigen Schritte unternommen werden, um die Realisierung internationaler Vereinbarungen über Rohstoffe zu ermöglichen , Handelsbarrieren und Einschränkungen auf die Exportwirtschaft der Entwicklungsländer von Seiten der Industrienationen abzuschaffen und die wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit zwischen Entwicklungsländern zu erweitern. Die Bemühungen um den Aufbau einer neuen Informations- und Kommunikationsordnung sollten ebenfalls verstärkt werden.

Die Zusammenarbeit im öffentlichen und privaten Sektor der ASEAN-Mitgliedsstaaten sollte mit einer besonderen Betonung auf der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Zusammenarbeit verstärkt werden. Dies würde seinerseit die nationale Widerstandsfähigkeit sowie die Widerstandsfähigkeit jedes einzelnen Mitgliedstaats und die regionale Widerstandsfähigkeit der ASEAN stärken und so die gemeinsamen Anstrengungen unterstützen, eine Südostasiatische Zone in Frieden, Freiheit, Neutralität und Wohlstand aufzubauen. Darüber hinhaus sollte eine engere Zusammenarbeit zwischen den Südostasiatischen Staaten und den Regionen des Südwest-Pazifiks aufgebaut werden.

 

© 2001-2010 Botschaft der Republik Indonesien in Berlin - Deutschland